Stromhandel und Flexibilitätsvermarktung
Auch: Strom-Trading, Flexibilitätsvermarktung, Strom-Arbitrage
Kurz erklärt
Stromarbitrage bezeichnet den Kauf und Verkauf von Strom an der Strombörse, um von Preisunterschieden zwischen verschiedenen Zeitpunkten zu profitieren.
Ein Batteriespeicher lädt in Phasen niedriger Preise und verkauft die gespeicherte Energie, wenn die Preise steigen. Am Day-Ahead-Markt wird Strom für den Folgetag gehandelt, inzwischen auch in Viertelstundenprodukten. Der Intraday-Markt ermöglicht es, Handelspositionen kurzfristig bis wenige Minuten vor Lieferung an veränderte Prognosen und Marktbedingungen anzupassen.
Für die Teilnahme am Spotmarkt muss ein Fahrplan angemeldet werden, also eine Vorabprognose, wann der Speicher voraussichtlich lädt oder einspeist, damit der Bilanzkreis ausgeglichen bleibt.
Neben dem Spotmarkt erschließt der Regelreservemarkt einen weiteren Erlösstrom. Speicher können dort Flexibilität bereitstellen, um Schwankungen zwischen Stromerzeugung und -verbrauch auszugleichen und die Netzfrequenz zu stabilisieren. Bei der Sekundärregelleistung (aFRR) und der Minutenreserve (mFRR) werden die Bereitstellung von Leistung und die tatsächlich aktivierte Regelarbeit getrennt beschafft und vergütet: Ein Leistungspreis entlohnt die Bereitstellung der vereinbarten Leistung, während ein Arbeitspreis für die tatsächlich abgerufene Regelarbeit anfällt. Die genauen Vergütungsmechanismen unterscheiden sich je nach Regelreserveprodukt
Da der direkte Stromhandel und insbesondere die Teilnahme am Regelreservemarkt technische, organisatorische und vertragliche Voraussetzungen erfüllen müssen, erfolgt die Vermarktung kleinerer Gewerbespeicher häufig über spezialisierte Handelspartner oder Aggregatoren. Diese übernehmen je nach Vertragsmodell den Marktzugang, Zusammenschluss der Anlagen zu einem virtuellen Kraftwerk (Virtual Power Plant), den operativen Handel, die Fahrplanbewirtschaftung und die Einbindung in das Bilanzkreismanagement. Für die Teilnahme am Regelreservemarkt müssen Anbieter darüber hinaus die produktspezifischen Präqualifikationsanforderungen erfüllen.
Wirtschaftlich hängt der Erlös am Spotmarkt stark von der Preisvolatilität zwischen Tälern und Spitzen, getrieben von Stromangebot und -nachfrage ab. Das Potenzial am Regelreservemarkt wird hingegen durch die Höhe der erzielbaren Leistungspreise und die Wettbewerbssituation bei der Bereitstellung von Regelleistung geprägt.
Verwandte Begriffe
- Strombörse
- Day-Ahead Markt
- Intraday Markt
- Regelreserve
- Regelleistung
- Virtuelles Kraftwerk
- Virtual Power Plant
- EPEX SPOT
Quellen
- Regelleistung.net: Wie funktioniert der Regelreservemarkt?
- EPEX SPOT: Grundlagen des Strommarkts
- Fraunhofer-Institut für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik (IEE): EnergyConnect - Virtuelle Kraftwerke
Stand: 10/2026
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