Bezugskostenoptimierung
Auch: Time-of-Use, Netzbezugsoptimierung
Kurz erklärt
Bezugskostenoptimierung bezeichnet die gezielte Steuerung des Netzbezugs nach dem aktuellen, zeitvariablen Strompreis, um den Einkauf von Strom möglichst günstig zu gestalten.
Um die Netzbezugskosten zu senken, lädt der Batteriespeicher bevorzugt in Zeiten niedriger Preise und deckt den Verbrauch in teureren Phasen aus dem Speicher statt aus dem Netz.
Grundlage sind entweder klassische Zweitarifmodelle mit festem Hochtarif (HT) und Niedertarif (NT) oder dynamische Tarife, deren Preis sich stündlich beziehungsweise viertelstündlich am Börsenstrompreis der Strombörse EPEX Spot orientiert. Bei einem Zweitarifmodell ist die Preisstruktur über den Tag fix definiert, bei einem dynamischen Tarif reagiert der Speicher auf tatsächliche Marktpreisschwankungen und trifft die Lade- und Entladeentscheidung tagesaktuell auf Basis eines Preissignals.
Wirtschaftlich profitieren Betriebe, deren Lastprofil flexibel genug ist, um Verbrauch in günstige Zeitfenster zu verschieben, oder die über einen Speicher verfügen, der diese Verschiebung automatisiert übernimmt. Je größer die Preisspanne zwischen Hoch- und Niedertarifzeiten beziehungsweise zwischen Preisspitzen und Preistälern am Spotmarkt, desto höher das Einsparpotenzial.
Bezugskostenoptimierung wirkt auf der Einkaufsseite des Stroms und ergänzt damit andere Betriebsstrategien wie Lastspitzenkappung oder Eigenverbrauchsoptimierung, die auf der Netzentgelt- beziehungsweise Erzeugungsseite ansetzen.
Verwandte Begriffe
- Dynamischer Tarif
- Hochtarif (HT)
- Niedertarif (NT)
- Strombörse
- Stromeinkauf
- Zeitvariabler Tarif
Quellen
- Deutsche Energie-Agentur (dena): Was sind dynamische Stromtarife?
- LUOX energy: Anwendungsbereiche für dynamische Stromtarife im Gewerbe und in der Industrie zur Senkung der Stromkosten
Stand: 10/2026
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